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Die Teufelskralle (Harpagophytum Procumbens)
Die teuflische Pflanze mit der heilenden Wirkung

Die Teufelskralle ist eine Rankpflanze. In der Regenzeit wachsen bis zu einen Meter lange Triebe in alle Richtungen. Aus den wunderschönen lila Blüten entsteht eine bis zu 10 cm lange und 5 cm breite Saatkapsel mit krallenähnlichen Gebilden, die sich am Körper oder in Kleidungsstücken tief verhaken können. Daher wird die Pflanze zu Recht “Teufelskralle” genannt. Den Mechanismus des Verhakens nutzt sie, um sich zu verbreiten.
Die Mutterwurzel in der Erde wird bis zu 5 cm dick und 1 bis 2 m lang. Sie wächst senkrecht nach unten. Von der Mutterwurzel gehen kleine Sekundärwurzeln aus, an denen sich meist horizontal bis zu 10 cm dicke und 30 cm lange Knollen formen.
Diese Seitenwurzeln enthalten die Wirkstoffe und werden geerntet, in Scheiben geschnitten und getrocknet. Bei fachgerechter Ernte bleibt die Mutterwurzel erhalten und kann durch Bodenlockerung und bessere Wasserverhältnisse sogar mehr produzieren.

Vorkommen: Harpagophytum Procumbens kommt wild vorwiegend in Namibia, Botswana und Südafrika vor. Eine andere Art, Harpagophytum Zeyeri, gedeiht in sandigen Gegenden im Norden von Namibia und Botswana, sowie in Angola, Sambia und Simbabwe.
Die Teufelskralle tritt weit verbreitet auf. In vielen Gegenden bildet sie kleine Felder mit hohen Beständen.




Geschichte: Kurz nach 1900, zur Zeit der Kolonialkriege in Deutsch-Südwestafrika, hatte der Farmer H.G. Mehnert Gelegenheit, unter Namibias brennender Sonne die erstaunliche Heilkraft der Teufelskralle zu beobachten: Ein traditioneller Heiler behandelte mit Erfolg die schweren Verletzungen, die ein Angehöriger der einheimischen Bevölkerung erlitten hatte. Zwar hütete der Zauberdoktor sein Geheimnis, doch konnte Mehnert mit seinem Hund der Spur folgen und die Pflanze finden. Seither wird die Teufelskralle auch in westlichen Ländern angewendet und erfreut sich großer Beliebtheit.
Öko-Sozialer Hintergrund: Jährlich werden zwischen 600-1000 Tonnen getrocknete Teufelskralle aus Namibia ausgeführt. Eine nachhaltige Verwertung ist daher unumgänglich.
Inzwischen wird die Pflanze auch zunehmend angebaut, wodurch langfristig ihr Überleben gesichert wird. Für örtliche Sammler der Teufelskralle, die auf die Einnahmen angewiesen sind, hat der Anbau allerdings drastische Konsequenzen.
Ecoso hat sich das Ziel gesetzt, nachhaltige Rohstoffquellen zu sichern. Davon sollen auch die bisherigen Sammler profitieren: durch zugängliche Vermarktungskanäle, faire Preise, Ausbildung und die Beteiligung an Qualitätskontrollen. Eine der Zielgruppen sind die San (Buschleute) im Nordosten von Namibia.
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